Übersicht
Unsere Ortsteile stellen sich vor
Die Gemeinde Elztal besteht aus den fünf Ortsteilen Auerbach, Dallau, Muckental, Neckarburken und Rittersbach. Informieren Sie sich hier über diese Ortsteile und ihre Geschichte.
Auerbach
Auerbach


Der Ortsteil Auerbach wurde erstmals um das Jahr 791 in der sogenannten Lorscher Urkunde unter dem Namen „Urbach“ erwähnt und blickt auf eine über 1.200-jährige Geschichte zurück.
Gegründet im Zuge der fränkischen Landnahme, wechselte Auerbach im Laufe der Jahrhunderte mehrfach seine Herrschaften. Zwischen 1416 und 1668 war der Ort zwischen dem Deutschen Orden und der Kurpfalz geteilt. Die historische Zweiherrigkeit prägte auch die Verwaltung: Bis ins 17. Jahrhundert gab es zwei Schultheißen, ein zehnköpfiges Gericht aus pfälzischen und deutschordischen Untertanen und einen jährlich wechselnden Bürgermeister. Das Rathaus wird erstmals 1649 erwähnt, bestand aber vermutlich schon im 16. Jahrhundert.
Mitte des 19. Jahrhunderts führten Bevölkerungswachstum, Not und Hunger zur Auswanderung vieler Einwohner nach Amerika. Mit dem Bau der Bahnlinie um 1865 erhielt Auerbach erstmals einen überregionalen Anschluss. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte ein struktureller Wandel ein: Die Landwirtschaft trat zunehmend in den Hintergrund, viele Einwohner fanden Arbeit in gewerblichen Betrieben der Umgebung.
Durch gezielte Dorfentwicklungsmaßnahmen wurde das Ortsbild in den vergangenen Jahren deutlich aufgewertet. Heute leben rund 1.200 Menschen in Auerbach. Der modernisierte Bahnhof bindet den Ort an das S-Bahn-Netz Rhein-Neckar an, mit direkten Verbindungen über Mosbach nach Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen.
Auerbach verfügt über eine gute Infrastruktur mit Grundschule, Kindergarten, einem attraktiven Dorfgemeinschaftshaus sowie Sport- und Spielplätzen. Für die Dinge des täglichen Bedarfs gibt es eine Bäckerei mit kleinem Stehcafé sowie einen Pizzaservice.
Dallau
Dallau


Der Ortsteil Dallau liegt im Tal der unteren Elz, an der Grenze zwischen Odenwald und Bauland, wo Buntsandstein und Muschelkalk aufeinandertreffen. Archäologische Funde wie vorgeschichtliche Grabhügel belegen, dass die Gegend bereits vor Jahrtausenden besiedelt war.
Die erste schriftliche Erwähnung Dallaus stammt aus dem Jahr 772 im Lorscher Codex während der Regierungszeit Karls des Großen, unter dem Namen „Dalaheim“. Der Name leitet sich von der Lage des ältesten Siedlungskerns auf dem Talboden ab und wandelte sich über die Jahrhunderte: Dalaheim (858), Daleheim (976), Talheim (1356), Thally (1501), Dalla (1569) bis hin zur heute gebräuchlichen Form „Dalaw“ (1525).
1356 verlieh Kaiser Karl IV. Dallau die Stadtrechte, die jedoch nie umgesetzt wurden. Eine alte Vorgängerkirche war dem Erzengel Michael geweiht, dessen Symbolik bis heute im Wappen fortlebt. Die historischen Herrschaftsverhältnisse spiegeln sich ebenfalls im Wappen wider: Die Rauten stehen für die Kurpfalz, die bis 1803 Grund- und Landesherr war, das Deutschordenskreuz erinnert an den Deutschen Orden, der bis 1668 ein Wasserschloss in Dallau besaß.
Ein markantes Wahrzeichen Dallaus ist das Schloss, das die Geschichte des Ortes in seinen Mauern widerspiegelt. Ursprünglich eine Turmburg eines alten Rittergeschlechts, wurde es 1416 vom Deutschen Orden übernommen, 1668 an die Kurpfalz übergeben und Anfang des 19. Jahrhunderts in Privatbesitz erworben.
Heute ist Dallau ein lebendiger und aufstrebender Ort mit rund 2.600 Einwohnern. Der Wandel von einem landwirtschaftlich geprägten Dorf hin zu Industrie und Dienstleistung ist abgeschlossen: Namhafte Unternehmen wie die Firma Silo-Spitzer, zahlreiche weitere Betriebe in Handel und Dienstleistung sowie das Gesundheitszentrum Casa Medica bieten viele Arbeitsplätze. Vor Ort befinden sich außerdem die Raiffeisenbank und eine Zweigstelle der Sparkasse Mosbach.
Die Infrastruktur ist umfassend: Grundschule, Kindergarten, Seniorenheim, Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie ein modernes S-Bahn-Anschlussnetz über die Strecke Osterburken–Mosbach verbinden Dallau direkt mit dem Rhein-Neckar-Raum und Städten wie Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen.
Muckental
Muckental
Muckental ist mit rund 550 Einwohnern der kleinste und zugleich jüngste Ort unserer Gemeinde. Zwischen Trienz- und Elztal gelegen, grenzt er an die umfangreichen Wälder dieser beiden Täler. Im Zuge der Besiedlung des Odenwaldes wurde er im Jahr 1370 gegründet. Eng verbunden mit der Geschichte Muckentals ist die von "Rineck".
Eine besondere Episode der Ortsgeschichte ist das nahegelegene „Rineck“. Um 1788 gründete Kurfürst Carl-Theodor hier ein Dorf für Wohnsitzlose, Landfahrer und ähnlich ausgegrenzte Gruppen. Die Bevölkerung wuchs schnell, doch die Versorgung reichte nicht aus. Die Bewohner gerieten wegen Diebstählen und Raub in den umliegenden Orten in Verruf und wurden 1850 zwangsweise nach Amerika evakuiert. Heute erinnert nur noch ein Bild an das letzte strohgedeckte Haus dieses Ortes.
Die Originalprotokolle der Auswanderung sind im Muckentaler Archiv erhalten. Wer tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, findet sie auch im Roman Rineck – Traum und Fluch der Landfahrer von Irma von Drygalski sowie im Heimatbuch von Karl-Wilhelm Beichert (1995).
Heute präsentiert sich Muckental als idyllischer Odenwaldort, der seine historische Vergangenheit mit einem charmanten, ruhigen Dorfleben und aktivem Vereinsleben verbindet.
Neckarburken
Neckarburken


Neckarburken blickt auf eine über 1.200-jährige Geschichte zurück. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus der Lorscher Urkunde von 774 unter dem Namen „Villa Borchheim“. Schon zur Römerzeit war der Ort von Bedeutung: Hier befanden sich zwei Kastelle am vorderen Limes, darunter das Legionärslager „Elantium“. Vom Westtor, der „Porta Decumana“, sind noch heute Reste am Ortsausgang Richtung Dallau sichtbar, und die alte Römerstraße auf den südlichen Höhen wird bis heute genutzt.
Erhalten geblieben sind ein Kastelltor und ein Römerbad direkt neben der heutigen B27. Anfang der 1980er Jahre wurde bei Kanalbauarbeiten ein bisher unbekanntes zweites Römerbad freigelegt und wissenschaftlich untersucht. Ein unversehrter Inschriftenstein datiert eine Umbaumaßnahme am Bad auf das Jahr 158 n. Chr. Bei Erweiterungsarbeiten der Grundschule wurde zudem ein römischer Kalkofen gefunden, der noch mit gelöschtem Kalk gefüllt war. Im ehemaligen Rathaus, einem historischen Fachwerkbau, befindet sich ein kleines Römermuseum, das zeitweise besucht werden kann.
Anfang der 1980er Jahre wurde im Rahmen von Dorfentwicklungsmaßnahmen ein historischer Backofen von einem abgerissenen Gehöft auf einem „Backofenplatz“ wiederaufgestellt und konserviert.
Dank der sonnigen Südhänge und der Nähe zur Großen Kreisstadt Mosbach ist Neckarburken heute ein gefragter Wohnort. Die Siedlung am Hang ist mittlerweile fast größer als der historische Altort. Mit rund 1000 Einwohnern bietet der Ort eine gute Infrastruktur, darunter einen Kindergarten und eine Tagespflege für Senioren. Durch den Umbau der Bahnsteige ist Neckarburken an das S-Bahn-Netz Rhein-Neckar angeschlossen und bietet direkte Verbindungen über Mosbach in die Metropolregionen Heidelberg, Mannheim und Ludwigshafen.
Rittersbach
Rittersbach


Rittersbach, der zuletzt im Zuge der Gemeindereform 1975 in die Gemeinde Elztal eingegliederte Ortsteil, zählt rund 740 Einwohner und kann eine ebenso interessante Vergangenheit wie die anderen Ortsteile vorweisen. Urkundlich wird Rittersbach erstmals im Jahr 783 erwähnt. In fränkischer Zeit gehörte es vom 9. bis 14. Jahrhundert zum Gau Wingarteiba (Weingartenbau).
Der Ortsname wandelte sich im Laufe der Jahrhunderte von Redingsburen über Rudinsburen, Rindenspur und Rudelsbach zur heutigen Form „Rittersbach“. Die Geschichte des Ortes ist im Heimatbuch von Karl-Wilhelm Beichert (1993) ausführlich dokumentiert.
Ein markantes Bauwerk ist die Katholische Pfarrkirche St. Georg in der Ortsmitte, direkt an der Elz gelegen. Sie wurde 1886 nach dem Vorbild der Kirche von Oberzell erbaut. Für die jüngsten Einwohner stehen Grundschule und Kindergarten zur Verfügung, und das rege Vereinsleben prägt das Gemeinschaftsgefühl des Ortes.
Der größte Arbeitgeber ist die Odenwaldwerke GmbH mit über 100 Beschäftigten, die sich auf die Auf- und Ausrüstung von Katastrophenschutz- und Militärfahrzeugen spezialisiert hat.
Seit Mitte der 1970er Jahre wurden im Rahmen der Flurbereinigung Feldwege neu geordnet, über 1.000 Bäume gepflanzt und das Naturschutzgebiet „Heimental“ mit einem künstlichen See angelegt. Auch die Ortslage selbst wurde modernisiert und das Ortsbild gilt heute als vorbildlich und von Fachleuten anerkannt.
Rittersbach liegt verkehrsgünstig an der Bundesstraße 27 zwischen Mosbach und Buchen, direkt an der Grenze von Odenwald und Bauland.

