Geschichte
Von den Römern bis zur modernen Gemeinde:
Eine Zeitreise durch unsere Ortsgeschichte:
Frühgeschichte und Römerzeit
Frühgeschichte und Römerzeit
Das heutige Gemeindegebiet von Elztal war bereits in vorgeschichtlicher Zeit besiedelt. Davon zeugen ingesamt 14 Grabhügel auf der Gemarkung, deren Entstehung in die Mitte des 1. Jahrtausends v. Chr. datiert wird.
Zur Zeit der Römer verlief der Neckar-Odenwald-Limes durch das Gebiet von Elztal. Zu seiner Sicherung wurden unter anderem die Kastelle von Neckarburken mit umliegenden Wirtschaftshöfe (Villa rustica) angelegt. Bei Neckarburken befand sich außerdem ein römisches Lagerdorf (Vicus).
Lorscher Codex - Erste urkundliche Erwähnung
Lorscher Codex - Erste urkundliche Erwähnung
Auf die Römer folgten um 260 n. Chr. zunächst die Alemannen, ab 497 n. Chr. schließlich die Franken, im Zuge deren Landnahme die Orte Auerbach, Dallau, Neckarburken und Rittersbach entstanden sind. Anlässlich von Stiftungen begüterter fränkischer Adliger an das Kloster Lorsch erfolgten die ersten urkundlichen Erwähnungen der vier fränkischen Siedlungen im Lorscher Codex: Dallau wird 772 als Dalaheim (Talheim), Neckarburken 774 als Borocheim (Burgheim), Rittersbach 783 als Rodinsburon (Ruodis Bure) und Auerbach 791 als Urbach erwähnt. Im 9. Jahrhundert kam es auch zu Stiftungen an das Cyriaksstift in Neuhausen und das Bistum Worms, das seinen Einfluss nach einer Schenkung Kaiser Ottos II., die die Reichsabtei Mosbach mit Besitz in 23 Orten umfasste, noch vergrößern konnte.
Ortsherrschaft im hohen und späten Mittelalter
Ortsherrschaft im hohen und späten Mittelalter
Im hohen Mittelalter trat in Dallau vermutlich ein aus der Ministerialität aufgestiegener Ortsadel auf. 1336 werden dann die Herren von Heinriet als Besitzer der Feste Dallau erwähnt, die auch Güter in umliegenden Orten erwerben konnten, dann jedoch verarmten und zu Raubrittern wurden. Im Zuge des Vernichtungsfeldzugs des Mainzer Erzbischofs Gerlach von Nassau 1356 im Auftrag Kaiser Karls IV. gegen die Burg in Lohrbach des Albrecht Schenk von Limpurg wurde auch die Burg in Dallau „im Namen von Kaiser und Reich gebrochen und mit allem Zugehörigen verwüstet“. Gerlach erhielt vom Kaiser auch das Recht zur Neugründung einer Stadt in Dallau, wozu es dann jedoch nicht kam. Nach dem Tode Gerlachs 1371 verfügten die Herren von Heinriet wieder über ihre Besitztümer in Dallau, Aurbach, Muckental, Rittersbach und Sulzbach, die sie 1380 an Cunz Münch von Rosenberg verkauften. Anlässlich dieses Verkaufs wird Muckental erstmals urkundlich erwähnt. Im 14. und frühen 15. Jahrhundert treten auch die Herren von Weinsberg, Herren von Hirschhorn und Schenk von Limpurg als Besitzer auf.
Zwischen Kurpfalz und Deutschem Orden - Herrschaftswechsel in Elztal
Zwischen Kurpfalz und Deutschem Orden - Herrschaftswechsel in Elztal
Im 15. Jahrhundert erwarben insbesondere der Deutsche Orden und die Pfalzgrafen von Pfalz-Mosbach Anteile an den Dörfern des Elztals. Nach dem Aussterben der Linie Pfalz-Mosbach 1499 fielen deren Besitztümer an die Kurpfalz. Künftig gab es in Auerbach, Dallau und Rittersbach jeweils einen kurpfälzischen und einen Deutschordens-Schultheißen. Im Dallauer Schloss saß ein Deutschordens-Amtman, der die Ordensbesitztümer in allen drei genannten Orten verwaltete. Das Schloss wurde 1525 im Bauernkrieg von aufständischen Bauern verwüstet, bis 1530 jedoch wiederaufgebaut. Im Dreißigjährigen Krieg hatten die Elztal-Orte schwer zu leiden. Das Dallauer Schloss wurde abermals verwüstet, ebenso die Kirchen in Auerbach und Rittersbach, wie auch die Orte an sich.
Muckental, wo sich ein Schäfereigut befand, war zeitweilig entvölkert, da die Bevölkerung geflohen war. Im Jahr 1668 tauschte der Deutsche Orden seine Besitztümer in den Elztal-Orten mit der Kurpfalz gegen Besitz bei Bad Mergentheim und Burg Duttenberg ein. Die Elztal-Orte und ihre Einwohner wurden dadurch vollends kurpfälzisch. Muckental wurde von 1694 bis 1766 als Erbbestand an Johann Heinrich Pettenkoffer und seine Nachkommen verliehen, anschließend in acht Huben aufgeteilt und an die bewirtschaftenden Familien übertragen. 1783 wurde der Ort zur eigenen Gemeinde erhoben. Von 1788 bis 1850 gab es außerdem die Gemeinde Rineck die auf Initiative der Kurpfalz mit angesiedeltem fahrenden Volk gegründet worden war, deren Bewohner aber wegen ihres schlechten Leumunds 1849/50 nach Amerika ausgesiedelt wurden.
Neuordnung nach 1800 - Elztal zwischen Leiningen und Baden
Neuordnung nach 1800 - Elztal zwischen Leiningen und Baden
In den Jahren ab 1793 wurden die Gemeinden im Elztal durch Kontributionen und Einquartierungen in Folge der Franzosenkriege schwer belastet. Der linksrheinische Gebietsverlust der dort begürterten Adligen führte zu einer politischen Neuordnung in Südwestdeutschland. Auerbach, Dallau, Neckarburken und Rittersbach kamen dadurch 1803 an das Fürstentum Leiningen und 1806 an das Land Baden.
Badische Landgemeinde und Strukturwandel
Badische Landgemeinde und Strukturwandel
1847 wurde die Straße durch das Elztal (heutige B 27) ausgebaut, 1862 bis 1866 die Bahnstrecke Neckarelz–Osterburken gebaut. Die Orte waren lange Zeit überwiegend landwirtschaftlich geprägt und durchliefen den Strukturwandel zu ihrer heutigen Gestalt erst ab dem Zweiten Weltkrieg. Bereits während der Kriegsjahre und in der unmittelbaren Nachkriegszeit wuchsen die Orte durch die Aufnahme von Flüchtlingen aus den zerstörten größeren Städten an. 1939 wurden in Auerbach 625 Einwohner gezählt, Ende 1945 waren es 696. In Dallau stieg die Einwohnerzahl im selben Zeitraum von 1005 auf 1120, in Muckental von 372 auf 395, in Neckarburken von 389 auf 467, und in Rittersbach von 426 auf 479. In den Nachkriegsjahren wurden nochmals zahlreiche Vertriebene aus den Ostgebieten aufgenommen. Neubau- und Gewerbegebiete wurden ausgewiesen und trugen zum Strukturwandel bei. 1967 wurde das Sportzentrum in Dallau errichtet, 1968 das Elzbergstadion, wenig später die Elzberghalle. Auch in Rittersbach, Muckental und Auerbach entstanden bis Mitte der 1970er Freizeit- und Sportanlagen.
Gemeindereform 1973 - Entstehung der heutigen Gemeinde Elztal
Gemeindereform 1973 - Entstehung der heutigen Gemeinde Elztal

Die heutige Gemeinde Elztal entstand am 1. Januar 1973 im Zuge der Gemeindereform durch den Zusammenschluss der Orte Auerbach, Dallau, Muckental und Neckarburken. Im Jahr 1975 wurde Rittersbach eingegliedert. Bis 1973 gehörten alle Ortsteile zum damaligen Landkreis Mosbach, der anschließend im neu gegründeten Neckar-Odenwald-Kreis aufging.
Das heutige Wappen der Gemeinde basiert auf dem historischen Wappen von Dallau, das bereits auf einem Gerichtssiegel aus dem 18. Jahrhundert zurückgeht. Wappen und Flagge wurden am 20. Januar 1975 vom Innenministerium offiziell neu verliehen.
Marktrecht
Marktrecht

Informationen zur Entstehung und Entwicklung des Marktrechtes in unserer Gemeinde finden Sie hier:
Religionen
Religionen
Die Gemeinde Elztal ist durch die Reformation historisch bedingt überwiegend evangelisch geprägt.
In den fünf Ortsteilen Auerbach, Dallau, Muckental, Neckarburken und Rittersbach leben sowohl evangelische als auch katholische Christinnen und Christen, wobei die evangelische Kirche - in Auerbach, Dallau, und Neckarburken im Kirchenbezirk Mosbach organisiert ist - die prägende Rolle einnimmt.
Alle größeren Ortschaften verfügen über mindestens eine eigene evangelische oder katholische Kirche, die teilweise auf eine lange historische Tradition zurückgeht und eng mit dem Deutschen Orden oder der Kurpfalz verbunden ist.


