Gemeinde Elztal

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Gemeinde & Daten

Wappen

Elztaler Wappen

Wappen
Wappen

In Silber (Weiß) der blaugekleidete heilige Michael mit blauen Flügeln, in der erhobenen Rechten ein goldenes (gelbes) Schwert, in der Linken eine goldene (gelbe) Waage haltend, rechts unten ein ovaler, gespaltener Schild, darin vorn in Silber (Weiß) ein schwarzes Tatzenkreuz (Deutschordenskreuz), hinten von Silber (Weiß) und Blau schräg gerautet.

Der heilige Michael ist wohl als Symbol der Gerechtigkeit zu sehen (er ist nicht der Kirchenpatron Dallaus). Im Schildchen erinnern das Deutschordenskreuz und die pfälzisch-wittelsbachischen Rauten an die historischen Herrschaftsverhältnisse der Gemeindeteile.

Die Gemeinde entstand am 1. Januar 1973 durch Zusammenschluss und Eingemeindung von Auerbach, Dallau., Muckental, Neckarburken und 1975 von Rittersbach. Sie führt das 1913 nach dem aus dem 18. Jahrhundert stammenden Gerichtssiegel gestaltete Wappen von Dallau weiter. Es wurde zusammen mit der Flagge am 20. Januar 1975 vom Innenministerium neu verliehen.

Im kleinen Schild werden die historischen Herrschaftsverhältnisse versinnbildlicht: alle Ortsteile gehörten bis 1803 zur Kurpfalz (Rauten), in Auerbach, Dallau und Rittersbach besaß der Deutsche Orden bis 1668 einen Teil der Ortsherrschaft. Bis 1973 gehörten die Gemeinden des heutigen Elztal zum Landkreis Mosbach, mit dem sie im Zuge der Kreisreform im neuen Neckar-Odenwald-Kreis aufgingen.

Auerbacher Wappen

Wappen
Wappen

In Silber (Weiß) eine an einem grünen Stiel mit zwei grünen Blättern hängende blaue Weintraube.

Die Traube als Wappenfigur wurde bereits im Siegel des 18. Jahrhunderts geführt. Sie wurde 1914 in den üblichen Wappenschild gestellt. Die Farben Blau-Silber bedeuten, dass der Ort bis 1803 zur Kurpfalz gehörte. Mit der Weintraube wird zum Ausdruck gebracht, dass Auerbach bis ins 19. Jahrhundert noch eine Weinbaugemeinde war.

Im Oktober 791 wurde Auerbach erstmals in der „Lorscher Urkunde" erwähnt, als dem Kloster Lorsch Güter in Urbacher marca übertragen wurden. Im Zuge der fränkischen Landnahme gegründet, wechselte das Dorf oftmals seine Besitzer und Herrschaften und war von 1416 bis 1668 zwischen dem Deutschen Orden und Kurpfalz aufgeteilt.

Die Zweiherrigkeit des Dorfes wirkte sich auch im Bereich der Gemeinde von Auerbach aus. Bis in die 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts hatte diese zwei Schultheißen, die den Gerichtsstab abwechselnd führten. Dem aus zehn Personen bestehenden Gericht gehörten je fünf pfälzische bzw. deutschordische Untertanen an. Der Bürgermeister wurde im jährlichen Wechsel aus den Untertanen beider Herrschaften gewählt. Von den Gemeindeämtern war der Schütz (Büttel) mit Wissen der beiden Schultheißen durch die Gemeindebürger zu bestellen; die fünf Untergänger rekrutierten sich aus dem Gericht (2 paritätisch nach den Herrschaften) und aus der Gemeinde (3) und wurden von den Amtleuten der Kondomini eingesetzt. Appellationen richteten sich in erster Instanz an die herrschaftlichen Amtleute, des Weiteren an das Ortsgericht Dallau und an das Stadtgericht Mosbach.

Zur Zeit der Zugehörigkeit Auerbachs zum Fürstentum Leiningen (1803/06) bestand das hiesige Gericht einschließlich Schultheiß und Gerichtsschreiber nur noch aus sechs Personen. Ein Rathaus wird erstmals im Jahr 1649 erwähnt, hat aber zweifellos schon im 16. Jahrhundert bestanden.

Dallauer Wappen

Wappen
Wappen

In Silber (Weiß) der blau gekleidete heilige Michael mit goldenem (gelbem) Nimbus, in der Rechten das goldene (gelbe) Schwert, in der Linken eine goldene (gelbe) Waage haltend, vorne begleitet von einem gespaltenen ovalen Wappenschild. Darin vorne in Silber (Weiß) ein schwarzes Deutschordenskreuz, hinten von Silber (Weiß) und Blau schräg gerautet.

Das Wappen stammt aus dem 18. Jahrhundert und wurde 1913 vom Gemeinderat bestätigt. Früheste Bodenurkunden in Form von vorgeschichtlichen Grabhügeln belegen, dass schon vor Jahrtausenden hier Menschen lebten. Die erste verbriefte Erwähnung Dallaus stammt aus der Regierungszeit Karls des Großen. Im Lorscher Codex wird Da11au im Jahre 772 als Dalaheim erstmals erwähnt. Der Name, der sich von der Lage des ältesten Siedlungskerns auf dem Talboden herleitet, wandelte sich unter dem Einfluss der Mundart von Dalaheim (noch 858) über Daleheim (976), Talheim (1356), Thally (1501) und Dalla (1569) zur heute gültigen Form, die 1525 in der Schreibung Dalaw zuerst bezeugt ist. Im Jahre 1356 erhielt Dallau von Kaiser Karl IV. die Stadtrechte, die allerdings nie verwirklicht wurden. In Dallau war eine alte Vorgängerkirche dem Erzengel Michael geweiht. Die Rauten versinnbildlichen die Herrschaft der Kurpfalz, die bis 1803 in Dallau Grund- und Landesherr war. Das Deutschordenskreuz erinnert an den Deutschen Orden, der bis 1668 in Dallau ein Wasserschloss besaß.

Muckentaler Wappen

Wappen
Wappen

In Silber (Weiß) eine schwarze Fliege mit grünen Flügeln. Das Wappen will den Ortsnamen erklären. Siegel mit einer Mücke als Wappenbild sind schon 1784 nachweisbar. Die Annahme der Farben wurde 1903 durch den Gemeinderat beschlossen.

Muckental ist eine wohl auf das hohe Mittelalter zurückgehende, 1370 erstmals erwähnte Rodungssiedlung, die nach Lage der herrschaftlichen wie der kirchlichen Verhältnisse wahrscheinlich von Rittersbach her angelegt worden ist.

Der Ortsname (1370 Muckeldal, 1420) beschreibt mit seinem Grundwort die Lage der Siedlung; das Bestimmungswort kommt von althochdeutsch mucca bzw. mittelhochdeutsch mugge und meint Fliegen.

Zur Zeit seiner ersten Erwähnung war Muckental ebenso wie das benachbarte Rittersbach zumindest teilweise als Pfälzer Lehen im Besitz des Wiprecht von Dürn, der 1370 mit Konsens des Lehnsherrn die Brüder Gerhard und Eberhard von Obrigheim sowie Berthold von Dürn zu sich in Gemeinschaft des Lehens genommen hat. Daneben verfügten am hiesigen Ort auch die von Heinriet über Güter und Rechte, die sie 1382 neben solchen in Rittersbach, Dallau und Auerbach an die Münch von Rosenberg verkauften. Wie der Weiler dann an die Rüdt von Collenberg (vor 1420) und - vielleicht durch Auflassung
seitens der mit Mainz eng verbundenen Rüden - unter die Lehnshoheit des Erzstifts Mainz gelangt ist, lässt sich im Einzelnen nicht mehr rekonstruieren. 1472 verkaufte Dieter Rüdt seine Hälfte des Hofes Muckental auf Wiederkauf an Volk von Utzlingen und früher oder später haben die Rüden offenbar auch die andere Hälfte verpfändet. Nachdem die ganze Pfandschaft im 16. Jahrhundert an die Pfalz gekommen war, verzichteten die Brüder Eberhard und Sebastian Rüdt 1545 schließlich gegenüber. Kurpfalz auf das ihnen zustehende Recht der Wiedereinlösung. Damit hatte die Kurpfalz zu der seit 1330 von ihr wahrgenommenen Zenthoheit auch die vogteiliche Obrigkeit über die Siedlung erlangt.

Mit dem Ende der Kurpfalz gelangte Muckental 1802/03 an das Fürstentum. Leiningen und im Zuge der Mediatisierung an das Großherzogtum Baden.

Neckarburkener Wappen

Wappen
Wappen

In Rot auf grünem Dreiberg zwischen je zwei goldenen (gelben) Sternen ein silberner (weißer) Zinnenturm.

Am 3. Februar 1959 wurde der Gemeinde das Recht zur Führung des Wappens und einer Flagge in den Farben Weiß-Rot verliehen. Das Wappen berücksichtigt durch die dort bekannten römischen Funde die historische Vergangenheit der Gemeinde. Der Zinnenturm macht es redend (Burckheim = Heim bei der Römerburg (Römerkastell). Im Siegel führt die Gemeinde schon im 19. Jahrhundert eine landschaftliche Darstellung mit Acker, pflügendem Bauer, Römerkastell und drei Sternen.

Neckarburken trägt in seinem Ortswappen eine Burg. Diese soll einen geschichtlichen Bezug zur Zeit der Römer in unseremGebiet darstellen, denn Neckarburken war bedeutender Ort mit zwei Kastellen am Vorderen Limes. Zur Römerzeit befand sich dort das Legionärslager „Elantium“. Von dessen  Westtor, der „Porta Decumana“, sind noch heute die Reste am Ortsausgang Richtung Dallau zu sehen. Erstmals erwähnt wurde der Ort im Lorscher Codex 774 unter dem Namen Villa Borochheim.

Während des gesamten Mittelalters bis weit in die Neuzeit führte das Dorf den Namen Burckheim (1425) oder Burcken (1504); die heutige Namensform Neckarburken dient der Unterscheidung von dem östlich gelegenen Osterburken und ist bereits zu. Beginn des 17. Jahrhunderts bezeugt.

Rittersbacher Wappen

Wappen
Wappen

In  Rot auf silbernem (weißem) Pferd mit schwarzem Sattel- und Zaumzeug St. Georg in goldener (gelber) Rüstung, einen goldenen (gelben) Drachen tötend.

Das Wappen geht auf einen schon zu Be- diese Hälfte nach und nach erworben, ginn des 19. Jahrhunderts gebräuchlichen und mit dem Erlöschen der Mosbacher Siegelstempel zurück. St. Georg ist Schutzpatron der Gemeinde.

Das Recht zur Einführung des Wappens und einer Gemeindeflagge in den Farben Weiß-rot wurde der gemeinde am 2. August 1957 vom Innenministerium verliehen.

Rittersbach ist ein zur Zeit der Merowinger entstandener Ausbauort, der zwar ohne Namensnennung, 783 im Lorscher Codex erstmals erwähnt wird. Entgegen einer wohl im 17. oder 18. Jahrhundert aufgekommenen Tradition besteht zwischen dem vermutlich von einem Personennamen hergeleiteten Ortsnamen (812/13 Rodinsburon, '1370 Rudinspure, 1453 Rudelspach, um 1549 Rudersporn, 1605 Rüdersbach) und dem Patron der hiesigen Pfarrkirche, dem Ritterheiligen Georg, kein Zusammenhang.

Wie Lohrbach gehörte Rittersbach wahrscheinlich einst zum staufischen Reichsland um Wimpfen und gelangte 1330 durch Verpfändung unter pfalzgräfliche Oberhoheit. Die Ortsherrschaft war 1370 als Pfälzer Lehen im Besitz Wiprechts von Dürn, der die von Obrigheim zu sich in Gemeinschaft genommen hatte. Nicht näher definierte Gerechtsame gehörten auch denen von Heinriet, die sie um 1380/82 zusammen mit Gütern und Rechten in anderen Dörfern der Umgebung an die Münch von Rosenberg veräußerten. Zu Beginn des 15. Jahrhunderts war die Hälfte von Dorf, Vogtei und Gericht als pfälzisches Mannlehen in Händen der Pilgrim von Limbach und wurde von diesen um 1403/11 an die Rüdt von Bödigheim abgetreten; zwischen 1466 und 1491 haben schließlich die Pfalzgrafen von Mosbach diese Hälfte nach und nach erworben, und mit dem Erlöschen der Mosbacher Linie ist sie schließlich 1499 an Kurpfalz gefallen.

Die andere Hälfte war bereits 1439 im Besitz des Deutschen Ordens, an den um 1509/17 vorübergehend auch der Pfälzer Anteil verpfändet war. Das pfälzisch-deutschordische Kondominium währte, von ständigen Streitereien  begleitet, bis zum Jahre 1668, als der Orden seinen Teil an Rittersbach tauschweise an Kurpfalz abtrat. Bis 1668 bestand eine geteilte Gemeinschaft, in der die vogteilichen und die Gerichtsrechte von beiden Herrschaften zu gleichen Teilen wahrgenommen wurden. Die zentliche Hoheit mit Blutgerichtsbarkeit und militärischem Aufgebot stand allein der Pfalz zu (Zent Mosbach); jedoch hatten die Untertanen des Deutschen Ordens dem Aufgebot nur dann Folge zu leisten, wenn ihre Heimkehr vor Einbruch der Nacht gewährleistet war. Die Ausübung des Steuer- und Schatzungsrechts war zwischen der Pfalz und dem Orden umstritten.

Im Bereich der Gemeinde wirkte sich die bis 1668 dauernde Zweiherrigkeit von Rittersbach in der Weise aus, dass jeder der Herren seinen eigenen Schultheißen ernannte; den Gerichtsstab führten beide Schultheißen abwechselnd. Die Gerichtspersonen, gewöhnlich sieben an der Zahl, wurden je zur Hälfte von den pfälzischen und von den deutschordischen Untertanen gestellt; den siebten Richter zu benennen, war ein Vorrecht der Pfalz. Appellationen gegen die Beschlüsse des Gerichts waren an den Faut zu Mosbach oder an den Deutschordenskomtur von Horneck (Gundelsheim) zu richten. Der Bürgermeister wurde, wie aus der Mitte des 16. Jahrhunderts zu erfahren ist, jährlich neu bestellt, allerdings nicht wie in anderen Dörfern durch Wahl, sondern indem das Amt von Gemeindebürger zu Gemeindebürger weitergereicht wurde. Wer sich, wenn die Reihe an ihm war, der Verpflichtung zur Übernahme des Amtes entziehen wollte, konnte sich mit einem halben Malter Hafer freikaufen; später ist dann offenbar auch in Rittersbach die Wahl des Bürgermeisters eingeführt worden.

Ende 1802 kam das Dorf zum Fürstentum Leiningen, 1806 zum Großherzogtum Baden.