Einweihung des Kalkofenwanderwegs am 16.05.2010
Zur offiziellen Einweihung des Elztaler Kalkofenwanderwegs erwartete Bürgermeister Wilhelm Götz am Sonntagvormittag eigentlich viel weniger Wanderer, als sich tatsächlich einfanden. Denn das Thermometer zeigte gerade einmal zwölf Grad, die sich subjektiv auf der Höhe des Römerweges eher einstellig anfühlten.
Der Kalkofenweg verbindet die beiden Kalköfen in Dallau und Neckarburken miteinander, die 2006 restauriert und eingeweiht wurden. Die rund fünf Kilometer lange Strecke bietet landschaftlich viele Reize und führt durch „schönes Gelände“. Über weite Strecken kann der Wanderer den herrlichen Blick auf die Kulisse des Odenwaldes genießen.
Die Distanz kann beliebig sowohl vom Kalkofen Dallau als auch vom Kalkofen Neckarburken in dem Rundwanderweg begangen werden. Von Dallau kommend beginnt dieser ausgeschilderte Weg am Parkplatz an der Kreuzung Sulzbacherstraße/Römerstraße und führt am Steinernen Kreuz (Ledigkreuz) vorbei bis zum Kalkofen Neckarburken und von dort wieder zurück. Bevor sich der Wanderertross in Richtung Neckarburken aufmachte, bedankte sich Götz in seiner Kurzansprache bei Gemeindeförster Thomas Müller für die Gestaltung der Hinweischilder des Kalkofenwanderweges und bei Udo Sellmann für die Herstellung. Der Dank des Bürgermeisters galt auch dem Gemeinderat, der Verwaltung und dem Bauhof für die Unterstützung bei der Durchführung der Maßnahme sowie Geschäftsführer Manfred Robens vom Naturpark Neckartal-Odenwald für die gewährten Zuschüsse.
Bedauerlich sei, dass sich das angedachte Projekt eines überörtlichen Kalkwanderweges von Schefflenz über Elztal und Mosbach nach Roigheim zerschlagen habe. Umso erfreulicher sei die Anregung von Horst Hägele, Vorstand der Wanderfreunde Billigheim Elztal, die Wanderstrecke als „permanenten Wanderweg“ einzurichten, was zweifelsohne eine „kulturelle Bereicherung“ darstellen würde. An beiden Kalköfen informieren Schautafeln über die historischen und technischen Stellenwert des Kalkbrennens, über das der ebenfalls mitwandernde Mosbacher Berthold Hergenröder im „Mosbacher Jahresheft 2009“ einen Beitrag publizierte. Kalköfen, die heute zu den „Technischen Kulturdenkmalen“ einer Landschaft zählen, gab es noch in vielen Gemeinden des Baulands, vorwiegend dort, wo sich im Erdengrund Muschelkalk befindet. Ganz Südwestdeutschland hatte sich vor ca. 200 Mio. Jahren soweit abgesenkt, dass ein flaches Binnenmeer eindringen konnte. Darin lebten Schnecken, Muscheln und viele andere Schalentiere. Durch deren Schalen und durch chemische Prozesse entstanden am Meeresboden bis über 200 Meter dicke Kalkbänke.
Die Technik des Kalkbrennens brachten die Römer ins damalige Germanien. Der Kalk hatte für die Steinbauweise jahrhundertelang zentrale Bedeutung, da er das einzige dauerhafte Bindemittel war. Neben der Mörtelherstellung wurde Kalk zum Verputzen, zum Weißen, zum Düngen, zum Kalken von Obstbäumen und als Schotter für Wege verwendet. Heute, wo jede Art von Kalk nur noch industriell hergestellt wird, haben die Kalköfen als kulturhistorische Kleinode nur noch „musealen“ Wert.
Die Sonne hatte auch ein Einsehen und lugte aus den dunklen Wolken hervor, als die Wanderergruppe am Neckarburkener Kalkofen eintraf. Dort geben zwei Holztafeln, angefertigt von der Werkstatt des Naturparks in Eberbach, das idyllische Odenwald-Panorama maßstabsgetreu wieder. Die Tafeln zeigen dabei die Dörfer des Odenwaldes und dessen höchste Erhebung, den Katzenbuckel. Für das leibliche Wohl der Wanderer sorgten an den beiden Kalköfen die örtlichen Feuerwehren Dallau und Neckarburken.
Kartenübersicht des Kalkofenrundwanderwegs
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