Die historische Chance genutzt

Ausbau der Breitbandinfrastruktur im Neckar-Odenwald-Kreis verläuft „generalstabsmäßig und effizient“ – Vor-Ort-Termin in Dallau

Der Anschluss an die „schnellen Datenautobahn“ ist ein ganz zentraler Standortfaktor, auch und gerade für den Ländlichen Raum. Sowohl im wirtschaftlichen als auch im privaten Bereich sind leistungsfähige Datenverbindungen immer wichtiger werdende Kriterien für den Verbleib oder den Zuzug von Bürgerinnen und Bürgern, für die Ansiedlung und Entwicklung von Gewerbebetrieben und wirtschaftlichen Unternehmen.

Die gesamte Kreisentwicklung hängt maßgeblich davon ab, inwiefern es gelingen kann, den in 80 von 124 Ortsteilen unterversorgten Neckar-Odenwald-Kreis (Stand Ende 2008) flächendeckend zu erschließen, weshalb die Schaffung einer umfassenden Breitbandinfrastruktur eines der wichtigsten Projekte der Landkreisverwaltung in den letzten Jahren war und ist.

 

Nur rund 19 Monate, nachdem das vom Landkreis beauftragte Regensburger Ingenieurbüro IK-T ein erstes flächendeckendes Gutachten über den Ist-Zustand der Breitbandversorgung im Landkreis vorgelegt hat, befindet sich das gesamte Projekt „Modellvorhaben Breitbandinfrastruktur im Neckar-Odenwald-Kreis“ – nach einem äußerst erfolgreichen Verlauf – bereits in der Realisierungs- bzw. Bauphase, in der Leerrohre mit Glasfaserkabel verlegt werden.

 

Um über den Stand der Dinge zu informieren, lud das Landratsamt zu einem Vororttermin nach Dallau ein. Elztals stellvertretender Bürgermeister Hermann Blaschek freute sich in seiner Begrüßung aller an der Maßnahme Beteiligten, dass der Ortsteil Dallau als Besichtigungsstandort ausgewählt wurde. Landrat Dr. Brötel sagte nicht ohne Stolz, dass der NOK mit dem Modellprojekt inzwischen landesweit und sogar darüber hinaus positiv Furore mache. Dr. Brötel zitierte den alten Grundsatz: „Nur der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Wenn hier nicht so „generalstabsmäßig, so schnell und so effizient“ vorgegangen worden wäre, „hätten wir eine historische Chance möglicherweise für immer vertan“, so der Landrat.

 

Beispielhaft sind die im April 2010 begonnenen Bauarbeiten in Elztal, dessen fünf Ortsteile bis dato alle unterversorgt waren, teilweise mit einer Leistung von unter 1mbit/S. Die Kosten der Verlegung eines Leitungsnetzes wurden auf knapp 886.000 Euro geschätzt und werden laut Förderbescheid des Landes mit maximal 612.000 Euro gefördert. Der Landkreis schießt nochmals rund 112.000 Euro zu, so dass voraussichtlich deutlich weniger als 200.000 Euro Eigenmittel von Elztal aufgewendet werden müssen.

 

Sinnvollerweise wurden die Bauarbeiten gemeinsam mit der Odenwald-Netzgesellschaft (ONG) unter Mitwirkung der Stadtwerke Mosbach ausgeschrieben, die ab Januar 2011 für die Stromversorgung Elztals (die RNZ berichtete) zuständig sein wird und die durch die parallel erfolgende Verlegung von Energie- und Fernmeldekabel entsprechende Synergieeffekte nutzt. Die Bauarbeiten sollen Ende September 2010 abgeschlossen sein.

 

Die in Dallau besichtigte Baustelle stellt eine von insgesamt 68 Breitbandinfrastruktur-Einzelmaßnahmen (zwölf Ortsteile waren schon im Vorfeld aktiv geworden) im gesamten Kreisgebiet dar. Damit sind 21 Gemeinden beteiligt am Modellvorhaben, in dessen Rahmen insgesamt 144.680 lfd. Meter Leerrohren mit Glasfaserkabel verlegt werden, um ein flächendeckendes Leitungsnetz zu schaffen. Für diese 68 Einzelmaßnahmen sind inzwischen – aufgrund des Modellcharakters deutlich erhöhte - Landeszuschüsse in einer Höhe von 5.700.990 Euro bewilligt worden, die der Kreis mit 1.297.202 Euro zusätzlich aufstockt. Auch aus dem Kommunalen Ausgleichstock sind Fördergelder zu erwarten, sodass sich die bei den Gemeinden verbleibenden Belastungen noch weiter reduzieren. Zudem wird das angestoßene Investitionsvolumen in Höhe von mehr als 11 Millionen Euro als überaus positiv bewertet.

 

Auch die Ausschreibungsergebnisse des Netzbetriebs sind nach Aussage von Dr. Achim Brötel sehr erfolgversprechend verlaufen. Unumgängliche Zuzahlungen an potentielle Netzbetreiber, die durch die vergleichsweise geringe Nutzerzahl notwendig werden, befinden sich durchaus im oder sogar unter dem Durchschnitt der erwarteten Summen und können darüber hinaus ebenfalls vom Land mit rund 40 Prozent gefördert werden.

 

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